E-Zündung

Schaue dir hier die Videos dazu an:

Was ist der Unterschied zu einer U-Zündung?

Im direkten Vergleich erkennt man die Unterschiede schnell! Das Hauptmerkmal ist wohl das (in den meisten Fällen) rote Polrad. Zudem lassen sich auf der Grundplatte weder Kondensator noch Unterbrecher finden. Stattdessen wurde bei der E-Zündung ein Geber auf der Grundlatte verbaut (Bild 1).
Die E-Zündung wurde meist in den etwas teuereren Luxusvarianten der Mopeds verbaut, zum Beispiel in
der KR51/2L
der S50 und S51 B2
der S51 C und E
der SR50 C

Wie funktioniert die E-Zündung?

Genau wie bei der U-Zündung sind auch hier Magnete im Polrad eingegossen. Durch die Rotation der Schwungmasse können die Spulen Spannung erzeugen (Bild 2). Zwei Lichtspulen sorgen für die Beleuchtung. Und dann gibt es da noch die dritte Spule: Die Ladespule. Sie leitet permanent Strom zu einem Steuerteil (Bild 3) weiter. Das Steuerteil speichert diesen Strom und gibt ihn nur zu einem bestimmten Zeitpunkt weiter Richtung Zündspule, eben genau zum Zündzeitpunkt. Wann genau der ZZP ist, bekommt das Steuerteil vom Geber auf der Grundplatte mitgeteilt. Der Geber gibt den Impuls zum Zünden genau dann ab, wenn die Pollücke im Polrad (Bild 4) an dem Geber vorbeiwandert.

Einstellen der Zündung:

In den allermeisten Fällen sind an eurer E-Zündung Abrissmarkierungen angebracht. Wenn eine Abrissmarkierung an der Grundplatte und am Motorgehäuse vorhanden ist, ist das Einstellen recht einfach
Die Grundplatte wird an den Haltekrallen gelöst und so verschoben, dass beide Markierungen übereinanderstehen (Bild 5). Das war’s!
Doch wie immer heißt es auch hier: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!“. Beim Einstellen nach den Abrissmarkierungen kann es zu minimalen Abweichungen kommen.
Zur Kontrolle wird zunächst der Kolbenstand ermittelt. Dies tut man entweder mit einer Zündeinstelluhr oder dem Tiefenmaß einer Messlehre. Dreht dazu so lange im Uhrzeigersinn an der Schwungmasse, bis der Kolben im oberen Totpunkt steht. Von dort dreht ihr die Schwungmasse wieder so weit zurück, bis der Zündzeitpunkt erreicht ist:

Kolbenstand zum Zündzeitpunkt:
Motoren M52, M53: 1,5 mm vor OT
Motoren M500 (M531, M541…): 1,8 mm vor OT
Motoren M700 (M741,..,): 1,4 mm vor OT

Jetzt muss die Mitte des Gebers auf der Grundplatte genau über der Mitte der Pollücke an der Schwungmasse stehen.
Ist dies nicht der Fall, wird die Grundplatte so ausgerichtet, dass es passt.
Die Mitte des Gebers erkennt man am besten an der Unterseite des Bauteils (Bild 6). Zur besseren Orientierung sollte man sich die Mitte des Gebers nochmals auf seiner Vorderseite markieren. Ebenso sollte man sich die Mitte der Pollücke nochmals sichtbar vorne auf der Schwungmasse markieren (Bild 7).

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Einstellschraube am Steuerteil: Sie regelt, in welchem Drehzahlbereich die Zündung funken soll. Ist sie zu niedrig eingestellt, läuft das Moped in den hohen Drehzahlbereichen nicht mehr rund, springt aber dafür gut an. Ist sie zu hoch eingestellt, springt das Moped schlecht an, läuft dafür aber am oberen Ende des Drehzahlbereichs. Es gilt also hier einen guten Mittelwert zu finden.
In der Regel braucht man am Steuerteil nichts einzustellen. Wenn man sich ein neues Steuerteil anschafft, sind diese bereits vorjustiert. Sollte man dennoch die Stellschraube einstellen müssen kann man das nach folgender Anleitung tun: Moped starten und ruhig im Standgas laufen lassen. Währenddessen die Stellschrauben ganz langsam im Uhrzeigersinn drehen, bis das Moped ausgeht. Nun die Schraube wieder ein ganz kleines Stück gegen den Uhrzeigersinn zurückdrehen (maximal 1mm) und schauen, ob das Moped wieder anspringt und im Stand läuft. Damit habt ihr den Punkt gefunden, an dem das Moped mit der Einstellung gerade so anspringt und trotzdem im oberen Drehzahlbereich gut läuft.

Bild 1: E-Zündung, Merkmale: rotes Polrad und Geber auf der Grundplatte

Bild 2: Die Wechselspannung wird durch rotierende Magneten erzeugt

Bild 3: Das Steuerteil

Bild 4: Pollücke in der Schwungmasse

Bild 5: Abrisse von Grundplatte und Motorgehäuse übereinander

Bild 6: Unterbrecher geschlossen

Bild 7: Unterbrecher geöffnet